Beispiel · Musterdaten · kein Gutachten

So sieht dein Zustandsbericht aus

Das Haus ist erfunden, der Bericht nicht: Er ist mit demselben Prüfkatalog und denselben Regeln erstellt wie jeder Bericht, den du bei uns bekommst. Deiner hat dieselben acht Kapitel, nur mit deinem Haus.

Ein Zustandsbericht nach Fotos und Notizen von der Besichtigung, kein Gutachten. Er zeigt, wo größere Schäden stecken können und was du vor dem Kauf prüfen lassen solltest.

1. Zusammenfassung

  • Höchster Handlungsbedarf: 4 – mögliche akute Gefahr, sofort abklären oder sichern
  • Befunde: 1 × Stufe 4, 2 × Stufe 3, 3 × Stufe 2, 0 × Stufe 1 (Stufe 4 = sofort abklären)
  • Geprüft: 51 von 53 Prüfpunkten; 2 nicht geprüft

Die wichtigsten Punkte:

  • Abplatzungen, freiliegende Bewehrung (Balkonplatte Süd, Stirnseite): Abplatzung oder freiliegende Bewehrung an einer Kragplatte (Balkon, Vordach). Bereich nicht betreten und nicht darunter aufhalten (herabfallende Betonteile); sofort Tragwerksplaner.
  • Seitlich eindringende Feuchte an erdberührten Bauteilen (Kellerabdichtung, drückendes Wasser) (Kellerwand Nord-West (Hangseite)): Kelleraußenwand flächig feucht bis etwa Geländehöhe, Verdacht auf seitlich eindringende Feuchte. Bausachverständige:r: Feuchte- und Salzanalyse, Baugrund und Grundwasser abklären, Abdichtungsunterlagen anfordern, Nachabdichtung nach WTA 4-6 planen.
  • Elektro (Hausanschlussraum): Kein Fehlerstromschalter (RCD) erkennbar. Elektrofachbetrieb prüfen lassen; der RCD kann auch in einer Unterverteilung sitzen. Nachrüstung empfohlen.
  • Riss an Öffnungsecken, Stürzen und Bauteilfugen (inkl. WDVS) (Fassade Süd, unter dem Wohnzimmerfenster): Riss an Öffnung oder Bauteilfuge breiter als 1 mm. Als Setzungs- oder Schubriss weiter bewerten.
  • Heizung: Alter und Typ (Heizungsraum): Heizung 20 Jahre oder älter (laut Typenschild). Erneuerung einplanen. Für eine neue Gas- oder Ölheizung gilt die Bio-Treppe (§ 43 GModG) mit steigendem Anteil an Bio- oder Wasserstoff-Brennstoffen; Wärmepumpe und Wärmenetz sind nicht betroffen. Eine Austauschpflicht nach 30 Jahren gibt es nicht mehr.

2. Objekt und Risikoprofil

  • Gebäude: Einfamilienhaus, Massivbau, unterkellert
  • Baujahr: 1968
  • Risikoprofil Baujahr 1950–1969: Baujahr 1968 laut Exposé
  • Risikoprofil Baujahr etwa 1960–1993 (Schadstoffzeit): Baujahr 1968 laut Exposé
  • Risikoprofil Hanglage, Tonboden oder Bergbaugebiet: Käufer: Haus steht am Hang

Diese Merkmale machen bestimmte Schäden wahrscheinlicher. Sie erhöhen die Aufmerksamkeit, sind aber selbst kein Befund.

Deine Notizen: Muffiger Geruch im Keller. Verkäufer sagt, das Dach sei um 2005 neu gedeckt.

3. Befunde nach Handlungsbedarf

Stufe 4 · K-2 Abplatzungen, freiliegende Bewehrung

  • Ort: Balkonplatte Süd, Stirnseite
  • Zu sehen: Beton auf etwa 45 cm Länge abgeplatzt, zwei rostige Bewehrungsstäbe sichtbar.
  • Einordnung: Abplatzung oder freiliegende Bewehrung an einer Kragplatte (Balkon, Vordach) (sichtbar bestätigt)
  • Empfehlung: Bereich nicht betreten und nicht darunter aufhalten (herabfallende Betonteile); sofort Tragwerksplaner.
  • Kostenklasse: hoch (10.000–50.000 €) bis sehr hoch (über 50.000 €) – Balkonplatte laut Anbieter ca. 9.500–18.000 € je Balkon, unabhängig nicht bestätigt
  • Fotos: 007-ext-balcony.jpg · Regel K-2.1

Stufe 3 · F-2 Seitlich eindringende Feuchte an erdberührten Bauteilen (Kellerabdichtung, drückendes Wasser)

  • Ort: Kellerwand Nord-West (Hangseite)
  • Zu sehen: Wand bis etwa Geländehöhe dunkel verfärbt, Putz blättert ab; der Käufer notiert einen muffigen Geruch.
  • Einordnung: Kelleraußenwand flächig feucht bis etwa Geländehöhe, Verdacht auf seitlich eindringende Feuchte (begründeter Verdacht)
  • Empfehlung: Bausachverständige:r: Feuchte- und Salzanalyse, Baugrund und Grundwasser abklären, Abdichtungsunterlagen anfordern, Nachabdichtung nach WTA 4-6 planen.
  • Kostenklasse: hoch (10.000–50.000 €) bis sehr hoch (über 50.000 €) – Außenabdichtung laut Ratgebern ca. 200–600 €/m²; bei ca. 100 m² Kellerwand etwa 20.000–60.000 € plus Aushub und Dränage (E, unbelegt)
  • Fotos: 010-bsmt-walls.jpg, 011-bsmt-walls.jpg · Regel F-2.3

Stufe 3 · T-4 Elektro

  • Ort: Hausanschlussraum
  • Zu sehen: Leitungsschutzschalter, kein Fehlerstrom-Schutzschalter zu sehen.
  • Einordnung: Kein Fehlerstromschalter (RCD) erkennbar (begründeter Verdacht)
  • Empfehlung: Elektrofachbetrieb prüfen lassen; der RCD kann auch in einer Unterverteilung sitzen. Nachrüstung empfohlen.
  • Kostenklasse: gering (unter 1.000 €) bis mittel (1.000–10.000 €)
  • Fotos: 025-tech-electrical.jpg · Regel T-4.3

Stufe 2 · R-4 Riss an Öffnungsecken, Stürzen und Bauteilfugen (inkl. WDVS)

  • Ort: Fassade Süd, unter dem Wohnzimmerfenster
  • Zu sehen: Schräger Riss von der unteren Fensterecke, Rissbreitenkarte im Bild.
  • Einordnung: Riss an Öffnung oder Bauteilfuge breiter als 1 mm (begründeter Verdacht)
  • Empfehlung: Als Setzungs- oder Schubriss weiter bewerten.
  • Kostenklasse: gering (unter 1.000 €) bis hoch (10.000–50.000 €) – einzelne Ecken gering; flächige WDVS-Überarbeitung hoch (E, unbelegt)
  • Fotos: 003-ext-facade.jpg · Regel R-4.6

Stufe 2 · E-2 Heizung: Alter und Typ

  • Ort: Heizungsraum
  • Zu sehen: Ölkessel, Typenschild lesbar: Baujahr 1994.
  • Einordnung: Heizung 20 Jahre oder älter (laut Typenschild) (sichtbar bestätigt)
  • Empfehlung: Erneuerung einplanen. Für eine neue Gas- oder Ölheizung gilt die Bio-Treppe (§ 43 GModG) mit steigendem Anteil an Bio- oder Wasserstoff-Brennstoffen; Wärmepumpe und Wärmenetz sind nicht betroffen. Eine Austauschpflicht nach 30 Jahren gibt es nicht mehr.
  • Kostenklasse: gering (unter 1.000 €) bis hoch (10.000–50.000 €) – Wartung oder Brenner gering, neuer Gas-Brennwertkessel mittel, Wärmepumpe mit Nebenarbeiten hoch (P, eigene Quelle offen)
  • Fotos: 023-tech-heating.jpg · Regel E-2.5

Stufe 2 · S-1 Asbest

  • Ort: Westgiebel und Flur
  • Zu sehen: Kleinformatige graue Faserzementschindeln ohne Prägung am Giebel, im Flur alte Vinylplatten.
  • Einordnung: Intakter Faserzement ohne Prägung, bei Herstellung vor 1993 asbestverdächtig (begründeter Verdacht)
  • Empfehlung: Austausch einplanen; Arbeiten nur durch Fachbetrieb nach TRGS 519, nicht anbohren, reinigen oder beschichten.
  • Kostenklasse: mittel (1.000–10.000 €) bis hoch (10.000–50.000 €) – Dach-Neueindeckung EFH hoch (Ratgeber 80–230 €/m², P)
  • Fotos: 002-ext-facade.jpg, 017-int-floors.jpg · Regel S-1.7

4. Pflicht nach Kauf

Gesetzliche Pflichten, die mit dem Kauf auf dich übergehen. Ein Hinweis, keine Rechtsberatung. Rechtsstand: 2026-11-03.

  • Pflicht nach Kauf möglich: Dämmung der obersten Geschossdecke (§ 35 GModG) und der Rohre (§ 69 GModG): Hinweis, keine Rechtsberatung (Rechtsstand 03.11.2026): Nach § 35 GModG muss eine zugängliche oberste Geschossdecke zu einem unbeheizten Dachraum ohne Mindestwärmeschutz gedämmt werden (U ≤ 0,24 W/(m²K)). Für ein Ein- oder Zweifamilienhaus, das der Verkäufer seit 2002 selbst bewohnt, gilt eine Frist von 2 Jahren nach dem Eigentümerwechsel; bei allen anderen Gebäuden gilt die Pflicht schon. Ein Energieberater bestätigt Pflicht, U-Wert und eine mögliche Ausnahme wegen Wirtschaftlichkeit (§ 35 Abs. 4). Rohre: Hinweis, keine Rechtsberatung (Rechtsstand 03.11.2026): Nach § 69 GModG sind bisher ungedämmte, zugängliche Heizungs- und Warmwasserrohre in unbeheizten Räumen zu dämmen, in der Regel innerhalb von 2 Jahren nach dem Eigentümerwechsel. Heizungsbauer oder Energieberater fragen.

5. Nicht geprüft

Was nicht fotografiert ist, ist nicht geprüft. Das heißt nicht, dass dort kein Schaden ist.

  • H-2 Fachwerk und Schwelle: nicht geprüft (kein Foto)
  • D-3 Flachdach (auch Garage, Anbau, Gaube): nicht geprüft (kein Foto)

6. Nächste Schritte und Fragen an den Verkäufer

Vor dem Kauf klären:

  • Bereich nicht betreten und nicht darunter aufhalten (herabfallende Betonteile); sofort Tragwerksplaner.
  • Bausachverständige:r: Feuchte- und Salzanalyse, Baugrund und Grundwasser abklären, Abdichtungsunterlagen anfordern, Nachabdichtung nach WTA 4-6 planen.
  • Elektrofachbetrieb prüfen lassen; der RCD kann auch in einer Unterverteilung sitzen. Nachrüstung empfohlen.

Fragen an den Verkäufer:

  • Wurden Elektrik und Kellerabdichtung schon einmal erneuert?
  • Gibt es Faserzementplatten (Fassade, Dach, Blumenkästen) oder Nachtspeicheröfen?
  • Liegen unter Teppich oder Laminat alte Bodenplatten?
  • Stehen große Bäume näher als etwa 15 m am Haus?
  • Ist eine Bergbau-Auskunft zum Grundstück bekannt?
  • Stand schon mal Wasser im Keller, zum Beispiel nach Starkregen?
  • Gibt es eine Pumpe im Keller?
  • Läuft ein Entfeuchter, und wie oft muss er geleert werden?
  • Liegt das Haus am Hang oder in der Nähe eines Bachs?
  • Was wird im Keller gelagert, und ist es feucht oder schimmelig?
  • Wann wurde die Fassade gedämmt und von wem? Gibt es Rechnungen oder Gewährleistung?
  • Fallen kleine Betonstücke herunter?
  • Wurde die Stelle schon einmal ausgebessert?
  • Wie viele Wohnungen hat das Haus, oder ist es eine Eigentumswohnung?
  • Hat der Verkäufer selbst darin gewohnt, und seit wann?
  • Hast du den Energieausweis gesehen? Mach bitte ein Foto davon.
  • Ist der Dachraum unbeheizt, also nicht ausgebaut?
  • Wie alt ist die Heizung laut Verkäufer?
  • Gibt es das letzte Protokoll vom Schornsteinfeger?
  • Gas, Öl, Wärmepumpe, Fernwärme oder Holz?
  • Wie viele Wohnungen hat das Haus?
  • Wann wurde die Elektrik zuletzt erneuert?
  • Gibt es ein Prüfprotokoll?
  • Fliegt öfter die Sicherung raus?
  • Gibt es in jedem Raum genug Steckdosen?
  • Weißt du das genaue Baujahr – und wann der Bau begonnen hat?
  • Gibt es Nachtspeicheröfen, oder wurden welche ausgebaut?
  • Wurde schon mal auf Asbest untersucht?
  • Was willst du nach dem Kauf renovieren (Böden, Fliesen, Wände)?

7. Prüfprotokoll

PunktPrüfpunktStatusHandlungsbedarfSicherheitFotos
F-1Aufsteigende Feuchte (fehlende oder defekte Horizontalsperre)geprüft0–4
F-2Seitlich eindringende Feuchte an erdberührten Bauteilen (Kellerabdichtung, drückendes Wasser)geprüft3begründeter Verdacht6
F-3Kondensat, Tauwasser und Wärmebrückengeprüft0–4
F-4Schlagregen und Fassadegeprüft0–6
F-5Leitungswasser und Leckagegeprüft0–6
F-6Hygroskopische Salze und Ausblühungengeprüft0–4
F-7Wasserränder und Flecken an Decken und Dachschrägengeprüft0–3
F-8Feuchte an Fenstern und bodentiefen Fenstern und Türengeprüft0–4
F-9Baufeuchte (Neubau, frische Sanierung)geprüft0–4
R-1Oberflächen- und Putzriss (Haarriss, Netzriss, Schwindriss)geprüft0–4
R-2Setzungs- und Schubriss (diagonal, treppenförmig)geprüft0–9
R-3Horizontaler Riss (Deckenauflager, Ringbalken, Sockel, Kellerwand)geprüft0–5
R-4Riss an Öffnungsecken, Stürzen und Bauteilfugen (inkl. WDVS)geprüft2begründeter Verdacht5
R-5Deckenriss, Durchbiegung, Boden- und Estrichrissgeprüft0–4
R-6Schiefstellung, Ausbauchung, Fachwerkverformunggeprüft0–4
R-7Riss aktiv oder ruhend (gilt für R-2 bis R-6)geprüft0–7
K-1Rostfahnen, Rostflecken, Risse entlang der Bewehrunggeprüft0–5
K-2Abplatzungen, freiliegende Bewehrunggeprüft4sichtbar bestätigt5
K-3Balkon und Kragplatte (Sonderfall)geprüft0–1
K-4Karbonatisierung und Betondeckung (nur indirekt)geprüft0–5
B-1Schimmel innengeprüft0–6
B-2Algen und Pilze an der Fassadegeprüft0–6
B-3Echter Hausschwammgeprüft0–7
B-4Sonstige holzzerstörende Pilze (z. B. Brauner Kellerschwamm, Weißer Porenschwamm, Weißfäule)geprüft0–6
B-5Holzschädlinge: Hausbock und Gewöhnlicher Nagekäfer („Holzwurm“)geprüft0–3
H-1Balkenköpfe (Holzbalkendecke in der Außenwand)geprüft0–8
H-2Fachwerk und Schwellenicht geprüft (kein Foto)––0
H-3Dachstuhlgeprüft0–2
H-4Holzbalkendecke (Deckenfeld)geprüft0–4
H-5Frühere Holzschutzmittel (PCP, Lindan), v. a. Fertighaus 1960–1980ergeprüft0–3
D-1Steildach-Eindeckung (von außen)geprüft0–1
D-2Dachboden und Dachstuhl von innengeprüft0–2
D-3Flachdach (auch Garage, Anbau, Gaube)nicht geprüft (kein Foto)––0
D-4Dachentwässerung (Rinnen, Fallrohre)geprüft0–5
D-5Balkone, Loggien, Dachterrassen (Abdichtung)geprüft0–3
D-6Fenster- und Türanschlüsse, bodentiefe Elementegeprüft0–3
E-1Nachrüstpflichten nach Kauf (GModG)geprüft2begründeter Verdacht4
E-2Heizung: Alter und Typgeprüft2sichtbar bestätigt3
E-3Fenster (energetisch)geprüft0–2
E-4Dämmzustand der Gebäudehüllegeprüft0–7
T-1Heizung (Wärmeerzeuger, Speicher, Öltank, Abgasanschluss)geprüft0–3
T-2Trinkwasserleitungengeprüft0–3
T-3Abwasser und Grundleitungengeprüft0–4
T-4Elektrogeprüft3begründeter Verdacht1
T-5Lüftunggeprüft0–2
S-1Asbestgeprüft2begründeter Verdacht10
S-2PAK (Teerkleber unter Parkett)geprüft0–1
S-3PCB (dauerelastische Fugen)geprüft0–6
S-4KMF (alte Mineralwolle)geprüft0–3
S-5Holzschutzmittel (PCP, Lindan) und Formaldehydgeprüft0–7
S-6Radongeprüft0–2
G-1Absturz, Geländer, Treppengeprüft0–3
G-2Brandschutz und Schornsteingeprüft0–4
O-1Oberflächen und Verschleißgeprüft0–4

8. Grundlagen und Grenzen

  • Bewertet wurden nur deine Fotos und Notizen. Was ein Foto grundsätzlich nicht zeigt (Feuchte in der Wand, Schadstoffgehalt, ob ein Riss noch wächst), steht als „begründeter Verdacht“ oder „nicht beurteilbar“ im Bericht.
  • Kostenklassen sind grobe Spannen zur Orientierung, kein Angebot. Bei Handlungsbedarf 3 oder 4 hilft eine Fachperson vor Ort.
  • Rechtsstand: 2026-11-03
  • Prüfkatalog 1.0.0 (26e1e997a8b9), Skill beispiel, beispiel mit Musterbericht, erstellt 2026-11-03T10:00:00+01:00

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